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Bogotá in Häppchen – Steak, Sushi und Salsa in der Zona T

Andres Carne de Res

Wo es das beste Fleisch in Bogotá geben sollte, wußte ich schon lange. Andrés Carne de Res ist schließlich Legende. Daß es dort aber nicht nur lecker, sondern auch ausgesprochen kurzweilig ist, lernte ich auf meinem ersten Kolumbien-Trip.

Auch wo es das beste Sushi der Stadt gibt. Aber der Reihe nach…

Was bisher geschah: der geneigte Leser dieses Blogs hat im letzten Bogotá Häppchen bereits erfahren, daß es sich in der dortigen Zona G recht gut schlemmen läßt. Er weiß auch, daß die Kolumbianer eine große Fantasie an der Tag legen, was die Nummerierung ihrer Straßen angeht. Oder besser gesagt ihrer Calles, Carreras oder Avenida-Calles. Gleiches gilt für die Bezeichnung der trendigen Stadtviertel.

Zona T

Neben der Zona G – also der gastrononischen Zone – findet sich in der Hauptstadt Kolumbiens eine Zona T. Diese zwischen den Avenida-Calles 80-85 einerseits sowie den Avenida Carreras 11-15 andererseits. Alles klar ? Wenn nicht, spielt das auch keine Rolle. Die Zona T – benannt nach einer T Kreuzung – kennt jeder Taxler. Im Zweifel auch nach der Zona Rosa fragen. Bis heute habe ich nicht erfahren, ob die Zona T ein Teil der Zona Rosa ist oder umgekehrt. Egal. Viel viel wichtiger: hier befindet sich ein weiterer Cluster nicht nur hochpreisiger sondern auch guter Restaurants. Diese inmitten diverser Shoppingmalls und Boutiquen, die ich tunlichst links habe liegen lassen. Sind außerdem nur tagsüber offen und ich komme ja erst des nachts auf die Straße. Vorher – ob man es glaubt oder nicht – halte ich mich in Büros auf, um für unser Unternehmen zu werben. Zu später Stunde aber, wandelt sich die Einkaufsstraße in eine Party-Meile mit Pubs, Salsa-Läden (wir waren angetan vom Cachao in der Carretera 13 #82-52) und Cocktail Bars. Kurzum, man kann es hier recht gut aushalten.

Cachao - Zona T
Salsa Bar – irgendwo in der Zona T

Andrés Carne de Res

Wer nur einen Tag in Bogotá hat, dem empfehle ich ein leichtes Mittagessen im Osaka Sushi (Beschreibung weiter unten), einen Besuch des Museo de Oro (Goldmuseum) gefolgt von einem Nickerchen (wahlweise Shopping für die Mädels). Danach Grundlage schaffen mit einem ordentlichen Stück Fleisch in einem der Ableger von Andrés Carne de Res. Anschließend um die Häuser ziehen mit Absturz in einer der zahlreichen Salsabars oder eben wieder im Andrés D.C. in der Zona T.

Bei diesem Lokal handelt es sich um kolumbianische Erlebnisgastronomie at it´s best. Auf drei (oder waren es vier?) Etagen gibt es hier, was das Herz begehrt (es sei denn, man leidet an einer veganen Essstörung): Rinderfilet in verschiedenen Variationen und Größen, Chorizo, Nierchen, Schwein vom Rost, Hühnchen. Dazu gekochte oder frittierte Yuca, Kartoffeln gedünstet und gebraten, Empanadas, Salate. Oder vielleicht Arepas ? Traditionelle Maisfladen, die garantiert so schwer im Magen liegen – erst recht, wenn mit Käse gefüllt – daß an ein 430g Filet nicht mehr zu denken ist. Mein Tip: Finger weg davon, stattdessen einmal low carb durchs Rind und wieder zurück.

Lomo de Bife im Andres Carne de Res
Lomo de Bife im Andres Carne de Res

Für den Freund leichter Küche wird auch Ceviche gereicht, Langusten, Krabben oder Pulpo. Es dürfte sich also für jeden etwas finden. Die Karte ist so umfangreich wie bunt, fine dining gibt es allerdings woanders. Dafür aber gute traditionelle Küche in grellem Ambiente. Wem die Bar mit Live-Bühne zu laut ist, der kann in die oberen Stockwerke und versteht sein Gegenüber.  Für einen Absacker empfiehlt sich wieder die Bar, um den Musikern und Tänzern davor zuzusehen. Wer nicht lärmempfindlich ist, wird hier einen gelungenen Abend verbringen und mehr als satt nach Hause torkeln… Wer möchte kann die bunten Tassen, Limettenpressen, Teller und Schalen auch gleich mit nach Hause nehmen. Den letzten Peso loswerden geht hier problemlos.

Buntes Ambiente bei Andrés - kann man fast alles kaufen
Buntes Ambiente bei Andrés – kann man fast alles kaufen

Osaka Peru

Wer es nicht ganz so deftig mag und feineren Gaumenfreuden zugetan ist, der ist im Osaka in der Carrera 13 Ecke Avenida 85 genau richtig. Gediegenes Ambiente, Brauntöne dominieren im schummrigen Licht und es gibt japanisch-peruanische Küche vom allerfeinsten. Hinter der Bar im Eingangsbereich ein lebhafter Sushi Tresen, etwas versteckt der Grillbereich. Auch wer rohen Fisch nicht schätzt, wird hier fündig. Nicht vom Fisch zu probieren, wäre allerdings schwer bescheuert.

Wir waren von der Karte so überfordert, daß wir es gerne dem Kellner überlassen haben, die Speisenfolge zusammenzustellen. Sozusagen bis wir Stop sagen, bzw. unsere Sake-Buddel leer war. Die Entscheidung aufzuhören fiel recht schwer. Denn jedes einzelne Maki Röllchen, das getrüffelte Jakobsmuschel-Nigiri, der “evil ebi” (eine angebratene Garnele mit leichter Schärfe auf zartem Reis) waren zum Fingerschlecken.

Das Besondere hier: nicht nur Japanisches wird kredenzt, sondern auch Ceviche á la Peruana (in Limettensaft marinierter Fisch, rote Zwiebel, Koriander und was dem Koch sonst noch einfällt) oder z.B. Inka Gyoza. Eine japanische Teigtasche gefüllt mit glasierter Ente, Shitake Pilzen in Sösschen vom gelben Paprika. Ein Gedicht. Die Grillgerichte zum Hineinlegen und der Nachtisch sowieso. Es gab ein Lime Cheesecake Eis mit geröstetem Amaranth, Quinoa Krokant, filetierten Pomeloschnitzchen und eingelegter Birne… Noch Fragen ? Nichts wie ab nach Bogotá ins Osaka Sushi… Und wem jetzt gleich die Tränen kommen, weil er momentan nichts in Kolumbien zu tun hat, hier die gute Nachricht: einen Ableger vom Osaka Peru gibt es auch in Lima, Quito, Buenos Aires, Santiago de Chile und Asunción.

Evil Ebi im Osaka Bogotá
Evil Ebi im Osaka Peru Bogotá

Pisco Sour Spezial

Zu guter Letzt noch der ultimative Pisco Sour Drink zum Nachmixen. Rezepte findet ihr sonst nicht auf meinem Blog, aber ich mache heute eine Ausnahme, weil es einfach zu gut war. Haben wir im Osaka Peru vor und nach dem Essen getrunken, bevor uns die Mojitos im Cachao den Rest gegeben haben.

Pisco Sour Special im Osaka Bogotá
Pisco Sour Special im Osaka Bogotá

Eiswürfel: Infusion von Hibiskusblüten (also Hibiskus, heiß Wasser drauf, ziehen und erkalten lassen). Dazu etwas Rotwein und Honig. Den Rest von Eiswürfel machen weiß hoffentlich jeder, wenn nicht, ist es ohnehin zu spät.

Pisco: Eiweiß aufschlagen, Pisco, Kardamonsirup und Limettensaft dazu. Kräftig mixen.

Den Pisco Sour über den oder die Eiswürfel gießen. Das Glas zügig aber ohne Hast leeren. Nachgießen. Nachmixen. Salsa tanzen… Prost !

P.S.: demnächst geht´s nach Panama und Lima. Werde selbstverständlich vom dortigen Osaka berichten, meinem Lieblingsperuaner Astrid y Gastón, guten Hotels (hoffentlich) und was mir sonst noch einfällt. Um nichts zu verpassen, düft ihr mir gerne folgen, z.B. auf Bloglovin. Einfach auf das entsprechende Symbol auf der Seite klicken…fertig.

3 comments on “Bogotá in Häppchen – Steak, Sushi und Salsa in der Zona T

  1. Ach, dann warst du ja quasi direkt an der Quelle. Toller Bericht! Nach Bogota habe ich mich noch nicht getraut aber eine ähnliche Küche wie im Andrés Carne de Res & Osaka Peru habe ich ja im Nikkei Nine in HH probieren dürfen. LG Sabine

    • Eddy Harteneck

      Moin und danke, Deinen Beitrag zum Nikkei Nine in Hamburg habe ich nicht vergessen, bin absoluter Fan dieser Küche, muß aber erstmal einen Kunden finden, den mich wieder nach Hamburg schickt… 😉

  2. Pingback: Essen gehen in Lima – keine leichte Entscheidung | BONVIVANT @ WORK

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